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Ein gigantischer Schatz, ein alter Fluch und ein mysteriöser Schacht auf einer einsamen Insel vor der Ostküste von Kanada: Seit Jahrhunderten sind Forscher von Oak Island fasziniert. Vor über 400 Jahren wurde die Insel das erste Mal entdeckt und hat seitdem eine durchlebte Geschichte hinter sich.

Zahlen und Fakten

Oak Island hat ihren Namen von den vielen großen Eichen, die früher auf der Insel wuchsen. Damit war sie die einzige der 350 Inseln in der Mahone Bucht, die diese Bäume trug. Heute finden sich dort allerdings keine Eichen mehr. Die Mahone Bucht liegt an der Ostküste Kanadas und gehört zur Provinz Novia Scotia.  Oak Island selbst ist 1,3 Kilometer lang und etwa 600 Meter breit.

Bevor sich 1605 die ersten Europäer auf der Insel niederließen, wurde sie von den Micmac-Indianern bewohnt.

Erste Entdeckung

Verschiedenen Überlieferungen zufolge, wurde die erste mysteriöse Entdeckung auf der Insel im Jahr 1795 von dem Holzfäller und gerade einmal 16 Jahre jungen Daniel McGinnis gemacht. McGinnis stieß bei einem Besuch auf Oak Island auf eine Vertiefung im Boden. Da er zusätzlich in einem Baum nahe des Loches alte Seilreste und einen Ast fand, der mehrere Kerben aufwies, war er sich sicher, dass die Vertiefung im Boden nicht zufällig sondern handgemacht war.

Das war zum einen seltsam, weil die Insel zu diesem Zeitpunkt als unbewohnt galt und zum anderen, weil er bei der Aushebung der Vertiefung mithilfe von zwei Freunden auf Schieferplatten stieß. Schiefer gab es damals zwar bereits auf dem Festland, nicht jedoch auf der Insel selbst. Als die Drei ihre Arbeit weiterführten, fanden sie in drei Metern Tiefe auf eine Schicht ordentlich verlegter Baumstämme. Zwei weitere solche Schichten fanden sie auch auf sechs und neun Metern unter der Erde. Da sie ohne weitere Hilfsmittel nicht tiefer graben konnten, gaben die Freunde – vorerst – auf.

McGillis gibt nicht auf

Neun Jahre später kehrte McGillis jedoch zurück, um dem Geheimnis des Schachts auf die Schliche zu kommen. Bei dem zweiten Versuch fanden sie auch in zwölf Metern Tiefe eine solche Schicht aus Baumstämmen. Zusätzlich fanden sie ein Bündel alter und vermoderter Kokosfasern. Da solches Material ihres Wissens nach nicht aus Kanada stammen konnte, machte sich die Vermutung breit, ein Piratenschiff hätte seinen Schatz auf der Insel versteckt.

Bis auf 30 Meter Tiefe fanden sich alle drei Meter weitere Schichten Baumstämme, bis sie schließlich auf eine Schieferplatte stoßen, die mit ihnen unverständlichen Symbolen übersät war. Zwei Meter unterhalb der Platte stießen die Schatzsucher auf einen Widerstand. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits dunkel war, beschlossen sie, ihre Suche am nächsten Tag fortzusetzen. Als sie jedoch am nächsten Morgen zu dem Schacht kamen, war dieser bis auf 18 Meter von Wasser geflutet. Gleiches passierte mit einem zweiten Schacht, den die Entdecker direkt daneben gruben. Aus Geldmangel musste daraufhin die weitere Suche abgebrochen werden. Oak Island geriet für die nächsten Jahre in Vergessenheit.

Der zweite Anlauf

Fast 40 Jahre später, im Jahr 1849, nahm die neugegründete Firma Truro Company die Suche auf der Insel wieder auf. Der einzige noch lebende Freund von McGillis, Anthony Vaughan, stand der Expedition beratend zur Seite. Mit einem neu entwickelten Löffelbohrer brachten die Arbeiter Metall- und Holzsplitter, aber auch die Kokosfasern an die Oberfläche. Als bei einem Unfall einer der Arbeiter in das Wasser in dem Schacht fiel, stellten sie fest, dass dies salzig war und der Wasserstand sich an den Gezeiten orientierte. Untersuchungen der Küste der Insel brachten daraufhin die Erkenntnis, dass anscheinend der gesamte Küstenabschnitt künstlich angelegt worden war, da er aus einer dicken Lage Kokosfasern sowie darunter angehäuften Steinen bestand.

Dabei entdeckte die Truro Company auch fünf Kanäle, die am Ufer in einen Hauptkanal mündeten. Man vermutete, dass dieser direkt zu dem Schacht führten, da, als bei den Arbeiten der Kanal angebohrt wurde, das Wasser den Schacht direkt fluten konnte. Die Firma versuchte, einen Damm zum Schutz des Schachtes zu bauen, doch wurde dieser direkt vom Meerwasser wieder weggespült. Bei dem nächsten Versuch, die Grube zu untertunneln, kam es zu einer Explosion und der freigelegte Hohlraum sackte weiter auf. Danach fehlten auch der Truro Company die finanziellen Mittel und die Suche musste erneut eingestellt werden.

Der Fluch

1861 versuchte die Oak Island Association ihr Glück und begann neue Arbeiten an dem Schacht. Bei einer Explosion kam jedoch der erste Arbeiter ums Leben. Nach drei Jahren der Suche, gab auch diese Expedition wieder auf. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden von zwei weiteren Ausgrabungen 20 neue Tunnel gegraben. Keiner davon brachte jedoch neue Erkenntnisse. Nach einem weiteren Todesfall in der Grube, wurde bald vom Fluch von Oak Island gesprochen.

Endlich neue Funde

1897 begann Frederick Blair mit neuen Versuchen, das Geheimnis des Schachtes zu lüften. Dabei hatte er wesentlich mehr Erfolg, als seine Vorgänger. Blair gelang es, den Schacht bis auf 30 Meter Tiefe leer zu pumpen. Dort wurde einen Plattform errichtet, von der aus die Arbeiter weiter bohren konnten. Dabei stießen sei in 36 Metern Tiefe auf eine Schicht Holz sowie eine Schicht Eisen. Auf 47 Metern Tiefe kamen eine zementartige Substanz und Spuren von Quecksilber ans Tageslicht. Weitere fünf Meter tiefer kam der Bohrer bei einer weiteren Schicht Eisen an sein Limit. Jedoch förderte er noch ein Stück Ziegenhaut hervor, dass an der Spitze klebte. Auf dieser Ziegenhaut ließen sich bei weiteren Untersuchungen  die Buchstaben V und W erkennen, voraussichtlich geschrieben mit einem Federkiel und chinesischer Tusche. Trotz dieser großen neuen Erkenntnis, musste Blair 1913 ebenfalls wegen Geldmangels aufgeben.

Bei weiteren Arbeiten auf der Insel wurde 1939 ein Stein mit einem eingeritzten Freimaurerzeichen entdeckt.

Erneute Todesfälle

Viele weitere Expeditionen versuchten sich an dem Schacht. Dabei wurde dieser bis auf 50 Meter freigelegt, es wurden weitere Stollen entdeckt und viele weitere Schächte um die ursprüngliche Grube herum angelegt. Doch keiner dieser Versuche brachten neue Erkenntnisse.

In den 60er Jahren versuchte ein ehemaliger Künstler sein Glück. Er zog mit seiner Frau und zwei Kindern in eine Hütte in die Nähe des Schachtes und fing mit Arbeiten an. 1965 kam es jedoch zu einem tödlichen Unfall, als der Künstler, sein Sohn sowie zwei Arbeiter ihr Bewusstsein durch ausströmendes Gas verloren und im Schacht ertranken.

Die Triton-Allianz vs. Fred Nolan

1967 gründeten der amerikanische Bauunternehmer Dan Blankenship und der kanadische Geschäftsmann David Tobias die Triton-Allianz. Gemeinsam nahmen sie die Arbeiten an dem Schacht wieder auf. Sie kamen bei neuen Bohrungen auf bis zu 60 Metern Tiefe, wo sie eine Höhle mit Zement-und Holzresten fanden. Das Holz stammt aus dem Jahre 1575. Bei einem Abstieg in den Schacht wurde Blankenship beinahe getötet, als der Schacht kollabierte. Nur mithilfe eines Flaschenzugs konnte er gerettet werden.

Der Landvermesser Fred Nolan hatte parallel ebenfalls Land auf der Insel erstanden. Er vertrat die Meinung, dass das Geheimnis der Insel in ihrem Boden zu finden sei und hatte daher die gesamte Insel kartographiert. Dabei fand er seltsame Gesteinsformationen. An vier Stellen der Insel stehen markante Granitblöcke, die miteinander verbunden ein Kreuz ergeben. Im Mittelpunkt dieses Kreuzes befindet sich ein großer Sandstein. Nolan war überzeugt, dass dies von Menschen so konstruiert wurde.

1983 brach ein Rechtsstreit zwischen der Triton-Allianz und Nolan aus. Beide Parteien forderten das alleinige Wegerecht für die Insel ein. Blankenship, der bis heute auf der Insel lebt, verweigerte Nolan jeden Kontakt. Erst 2016 schlossen die beiden Kontrahenten Frieden. Nur wenige Monate später verstarb Nolan. Blankenship ist bis eute als Berater bei weiteren Ausgrabungen tätig.

Oak Island – Fluch und Legende

2006 erwarben die Brüder Rick und Marty Lagina zusammen mit Alan Kostrzewa und Craig Tester die Anteile von David Tobias, was ihnen den Besitz der Hälfte der Insel, inklusive des Schachtes, einbrachte.

Seit 2014 werden die Brüder Lagina zusammen mit weiteren Schatzsuchern bei ihren Arbeiten von TV-Kameras begleitet. Die Reihe „Oak Island – Fluch und Legende“ läuft mittlerweile in der fünften Staffel. Zuletzt finden die beiden neue Beweise dafür, dass mehr als ein Jahrhundert vor der Entdeckung des „Money Pit“ bereits Europäer auf Oak Island waren.

 

 

 
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