Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte. Er wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren, das damals ein selbständiges Fürsterzbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches war. Schon früh zeigte sich seine außergewöhnliche musikalische Begabung.
In seinem nur 35 Jahre währenden Leben schuf Mozart ein Werk von bemerkenswerter Vielfalt: Sinfonien, Opern, Konzerte, Kammermusik und geistliche Kompositionen. Dabei war er nicht nur ein genialer Künstler, sondern auch ein Berufsmusiker, der sich in einem anspruchsvollen und unsicheren Markt behaupten musste.
1. Frühe Erfolge und der Umgang mit dem Adel
Mozarts musikalisches Talent zeigte sich bereits im Kindesalter. Schon mit fünf Jahren komponierte er erste Werke, wenig später reiste er mit seinem Vater Leopold durch Europa und trat an zahlreichen Fürstenhöfen auf. Diese Reisen machten ihn früh bekannt und brachten ihn in Kontakt mit dem Hochadel.
Trotz der Bewunderung blieb eine feste Anstellung aus. Erzherzog Ferdinand, ein Sohn Kaiser Franz’ I., erwog zeitweise, Mozart an seinen Hof zu holen, doch dieser Plan wurde nicht umgesetzt. Die Vorbehalte gegenüber reisenden Musikern ohne feste Bindung waren am Hof verbreitet. Mozarts Karriere blieb daher von Anfang an von Unsicherheit geprägt.
2. Mozarts Schwester Nannerl
Mozarts ältere Schwester Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, war eine hochbegabte Pianistin. In der Kindheit trat sie gemeinsam mit ihrem Bruder auf und wurde von Zeitgenossen für ihr Spiel gerühmt.
Mit zunehmendem Alter endete ihre öffentliche Laufbahn jedoch. Für Frauen waren eigenständige Musikerkarrieren im 18. Jahrhundert kaum vorgesehen. Ob Nannerl selbst komponierte, lässt sich heute nicht mehr feststellen, da keine Werke von ihr erhalten sind. Ihr musikalisches Können galt jedoch als außergewöhnlich und wurde von Mozart selbst sehr geschätzt.
3. Beziehungen, Ehe und Alltag
Mozarts Privatleben war weniger exzessiv, als es spätere Darstellungen mitunter nahelegen. Zu den bekanntesten, aber nicht belegbaren Anekdoten gehört die Erzählung, er habe als Kind bei einem Aufenthalt am französischen Hof Marie Antoinette seine Heiratsabsicht erklärt. Solche Geschichten zählen eher zum Bereich der Legendenbildung.
Als Erwachsener ging Mozart mehrere ernsthafte Beziehungen ein. Während eines Aufenthalts in Mannheim verliebte er sich in die Sängerin Aloysia Weber. Später heiratete er ihre jüngere Schwester Constanze Weber, trotz anfänglicher Ablehnung durch seinen Vater. Die Ehe war von Nähe und gegenseitiger Unterstützung geprägt, auch wenn das gemeinsame Leben finanziell oft unstet blieb. Mozart verdiente zeitweise gut, lebte jedoch ohne langfristige Absicherung und mit wechselnden Einnahmen.
4. Musikalische Fähigkeiten und Arbeitsweise
Mozarts außergewöhnliches musikalisches Gedächtnis und seine Fähigkeit, komplexe Strukturen sofort zu erfassen, waren legendär. Berühmt ist die Überlieferung, dass er Gregorio Allegris Miserere nach dem Hören aus dem Gedächtnis notierte.
Zeitgenossen betonten jedoch vor allem seine Kunst des Improvisierens. Am Klavier soll Mozart frei und virtuos musiziert haben, oft zur größeren Bewunderung als bei der Aufführung seiner notierten Werke. Viele seiner Kompositionen entstanden unter erheblichem Zeitdruck und parallel zu anderen Aufträgen – Ausdruck eines dichten, professionellen Arbeitsalltags.
5. Krankheit, Tod und Missverständnisse
Mozart starb am 5. Dezember 1791 im Alter von 35 Jahren. Die genaue Todesursache ist nicht eindeutig überliefert, doch moderne Forschungen gehen von einer natürlichen Erkrankung aus, möglicherweise einer schweren Infektion oder einem Organversagen.
Auch sein Begräbnis wurde später missverstanden. Mozart wurde nicht in einem Massengrab „verscharrt“, sondern nach den damals üblichen bürgerlichen Bestattungsregeln Wiens beigesetzt. Das Fehlen eines bekannten Grabes entspricht den zeitgenössischen Friedhofsordnungen und ist kein Hinweis auf mangelnde Anerkennung.
6. Salzburg als „Mozartstadt“
Heute gilt Salzburg als die Stadt Mozarts, auch wenn diese enge Verbindung erst nach seinem Tod gewachsen ist. Maßgeblich dafür war seine Geburt in der Stadt und die lange Präsenz seiner Familie.
Mozarts eigenes Verhältnis zu Salzburg war ambivalent. In seinen Briefen beschreibt er die Stadt als eng, provinziell, geistig unbeweglich und künstlerisch hemmend. Er empfand die dortigen Lebens- und Arbeitsbedingungen als beschränkend und unerquicklich und zog das freiere, lebendigere Musikleben größerer Städte, insbesondere Wiens, deutlich vor. Dennoch wurde Salzburg später zum zentralen Ort der Pflege seines musikalischen Erbes.
7. Mozart als Marke
Mozarts Name lebt heute weit über die klassische Musik hinaus fort. Besonders augenfällig ist dies in der Popkultur, etwa mit Falcos Welthit "Rock Me Amadeus" aus den 1980er-Jahren, der Mozart zur internationalen Popfigur machte. Der historische Bezug ist dabei eher lose, doch das Bild des exzentrischen Genies erwies sich als erstaunlich anschlussfähig.
Auch kommerziell wurde Mozarts Name vielfach genutzt. Die berühmte Mozartkugel entstand fast hundert Jahre nach seinem Tod, ohne jeden Bezug zu seinem Leben, und wurde zum Inbegriff kulinarischer Souvenir-Kultur. Hotels, Cafés, Liköre und zahlreiche andere Produkte tragen bis heute seinen Namen. Ironischerweise steht diese nachträgliche Markenbildung in starkem Kontrast zu Mozarts eigenem, oft finanziell unsicheren Berufsalltag – ein weiteres Beispiel dafür, wie sich sein Nachruhm von der historischen Person gelöst hat.
Foto © Stafford Choral Society / Wikimedia
