Foto © Justin Bettman A+E Networks / THE HISTORY CHANNEL
Wenn es um die größten Kämpfe der Filmgeschichte geht, kommt man an dem spektakulären Showdown aus Rocky IV kaum vorbei. Der vierte Teil der erfolgreichen Reihe lief 1986 in den Kinos und machte den sowjetischen Boxer Ivan Drago weltberühmt.
Drago, der Gegenspieler von Sylvester Stallones Rocky Balboa, wurde von Dolph Lundgren verkörpert. Mit seiner beeindruckenden Körpergröße, enormen Kraft und seinem kompromisslosen Kampfstil wirkte Drago im Ring wie eine perfekt funktionierende Maschine.
Passend dazu präsentiert Lundgren nun die Doku-Reihe „History's Greatest Machines". Darin geht es um bedeutende Maschinen und technische Entwicklungen, die den Lauf der Geschichte beeinflusst haben. Für diese Aufgabe ist Lundgren bestens qualifiziert: Bevor er als Schauspieler durchstartete, studierte er Chemieingenieurwesen.
Dolph Lundgrens frühes Leben
Dolph Lundgren wurde am 3. November 1957 als Hans Lundgren in Stockholm geboren. Er wuchs in einer akademisch geprägten Familie auf und interessierte sich zunächst für Naturwissenschaften und Technik.
Das Verhältnis zu seinem Vater war schwierig. Lundgren berichtete später, dass er in seiner Kindheit körperliche Gewalt erlebt habe. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn und waren nach seinen eigenen Aussagen ein Grund dafür, mit dem Training von Karate und anderen Kampfsportarten zu beginnen.
Nach seinem Militärdienst bei den schwedischen Marines studierte Lundgren am Königlich Technischen Institut in Stockholm Chemieingenieurwesen. Parallel dazu besuchte er die Washington State University und die Clemson University, wo er Chemie studierte. Die Aufenthalte in den USA wurden durch verschiedene Stipendien ermöglicht.
Seinen Abschluss im Chemieingenieurwesen erwarb Lundgren am Königlich Technischen Institut. Anschließend absolvierte er an der University of Sydney einen Masterstudiengang im selben Fach. Während seines Studiums trainierte er weiter Karate und feierte auch sportliche Erfolge. Unter anderem wurde er schwedischer, europäischer und australischer Meister im Schwergewicht der Vollkontakt-Karateklassen.
Darüber hinaus erhielt Lundgren ein Fulbright-Stipendium für das Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT.
Dolph Lundgren startet in Hollywood durch
Während seiner Zeit in Sydney arbeitete Lundgren im Sicherheitsdienst. Bei einem Konzert lernte er die Sängerin Grace Jones kennen. Die beiden begannen eine Beziehung und zogen später gemeinsam nach New York.
Dort kam Lundgren erstmals intensiver mit der Schauspielerei in Kontakt. Sein Filmdebüt gab er 1985 in dem James-Bond-Film Im Angesicht des Todes. Lundgren ist darin in einer kleinen Rolle als Venz zu sehen, einem russischen Leibwächter und Handlanger.
Kurz darauf sollte sich seine Karriere grundlegend verändern. Für den vierten Teil der Rocky-Reihe suchte Sylvester Stallone einen imposanten Gegner. Lundgren schickte Fotos von sich in Boxkleidung an Stallone und erhielt schließlich die Rolle des sowjetischen Boxers Ivan Drago.
Wie Dolph Lundgren zu Ivan Drago wurde
Dolph Lundgren war ein großer Fan der Rocky-Filme. Als er erfuhr, dass ein vierter Teil geplant war, wollte er unbedingt vorsprechen. Seine sportliche Erfahrung, seine Größe und seine körperliche Präsenz machten ihn zum idealen Kandidaten für die Rolle.
Stallone schrieb das Drehbuch zu Rocky IV und führte Regie. Der Film griff außerdem die politischen Spannungen des damaligen Kalten Krieges auf. Im Mittelpunkt stand Ivan Drago, ein Boxer aus der Sowjetunion, der gegen den amerikanischen Champion Rocky Balboa antreten sollte.
Lundgrens kühle und furchteinflößende Darstellung machte Drago zu einer der ikonischsten Figuren der Rocky-Reihe. Sein berühmter Satz „Wenn er tot ist, ist er tot“ ist bis heute eng mit der Figur verbunden.
Jahrzehnte später kehrte Lundgren in dieser Rolle zurück: 2018 spielte er Ivan Drago erneut in Creed II. Damit erhielt seine wohl bekannteste Filmfigur ein spätes Comeback.
Vom Actionhelden zum Kultstar
Seit den 1980er-Jahren etablierte sich Lundgren mit zahlreichen Filmen als internationaler Actionstar. Unvergessen ist auch seine Rolle als He-Man in dem Fantasy-Abenteuerfilm Masters of the Universe aus dem Jahr 1987.
In den 2010er-Jahren gewann Lundgren eine neue Generation von Fans – als Gunner Jensen in The Expendables. In der Action-Reihe trat er gemeinsam mit zahlreichen Hollywood-Größen auf, darunter Randy Couture, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone.
Lundgren arbeitete außerdem als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Seine Karriere umfasst damit weit mehr als seine Auftritte vor der Kamera.
Dolph Lundgren: Schauspieler und Ingenieur
Für Dolph Lundgren ist „History’s Greatest Machines" ein Stück weit eine Rückkehr zu seinen akademischen Wurzeln. Die Reihe verbindet seine Begeisterung für Technik mit seiner langjährigen Erfahrung als Schauspieler und Moderator.
Lundgren stellt Maschinen und technische Entwicklungen aus verschiedenen Epochen vor. Im Mittelpunkt stehen Erfindungen, die unser Leben nachhaltig verändert haben – von der Druckerpresse über frühe Automobile bis hin zu den ersten Computern.
Keine dieser Maschinen entstand zufällig. Jede musste geplant, entwickelt, gebaut und immer weiter verbessert werden. Als ausgebildeter Chemieingenieur kann Lundgren besondere Einblicke in die technischen Herausforderungen geben, die hinter diesen historischen Innovationen stecken.
Vom schwedischen Studenten über den Karate-Champion bis zum Hollywoodstar und TV-Moderator: Dolph Lundgren hat einen ungewöhnlichen Karriereweg zurückgelegt. Heute verbindet er in History’s Greatest Machines seine beiden großen Interessen – Unterhaltung und Technik.
