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Bei dem Einsturz des Sampoong-Gebäudes in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sterben im Juni 1995 mehr als 500 Menschen. Das Unglück geschah aufgrund von katastrophalen Fehlern der Architekten und Bauarbeiter sowie der Fahrlässigkeit des Besitzers.
 

Gefährliche bauliche Veränderungen

 

Lee Joon ließ das Sampoong Gebäude im Jahr 1989 auf einer ehemaligen Mülldeponie errichten. Es sollte ursprünglich fünf Stockwerke umfassen, aber während die Bauarbeiten bereits im Gange waren bestand Joon darauf, eine zusätzliche Etage mit einem Schwimmbecken hinzuzufügen.

Mehrere an dem Projekt beteiligte Bauingenieure warnten Joon davor, dass diese nicht geplante bauliche Veränderung gefährlich sei, aber statt auf ihren Rat zu hören, ließ der Unternehmer die Ingenieure kurzer Hand feuern.

 

Sicherheitsinspektoren werden bestochen

 

Das zuständige Städtebauamt in Seoul wurde über das Hinzufügen eines weiteren Stockwerks nicht informiert. Die Sicherheitsinspektoren, die die Baustelle besuchten, bestach Joon. Sie sollten nicht nur über die geänderten Baupläne hinwegsehen, sondern auch ignorieren, dass die Bauarbeiter nicht ausreichend Stahlträger verwendeten. Darüber hinaus wurde mit einen minderwertigen Beton gearbeitet, um Geld zu sparen. Zwölf der Inspektoren wurden später verurteilt.

 

Erste Risse in der Decke

 

Im Jahr 1995 lief das Geschäft in dem Sampoong-Gebäude hervorragend.  Etwa 40.000 Menschen gingen dort jeden Tag ein und aus. Am 27. Juni wurde allerdings ein Gasleck entdeckt. Joon weigerte sich, die Läden zu schließen.

Zwei Tage später waren in der Decke des fünften Stockwerks erste Anzeichen eines drohenden Einsturzes zu erkennen. Als einzige Vorsichtsmaßnahme, ließ man die teureren Werbeaufsteller aus dem Weg räumen. Ein paar Mitarbeiter in Führungspositionen durften außerdem früher nach Hause gehen.

 

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

 

Gegen 18 Uhr waren gerade Hunderte Menschen dabei, ihr Abendessen im Untergeschoss des Sampoong zu sich zu nehmen, als das Gebäude über ihnen einbrach.

Das Dach des fünften Stocks gab nach und riss alle weiteren Etagen mit sich. Feuer brach aus, das zum Teil von denen im Parkhaus des Gebäudes geparkten Autos noch weiter begünstigt wurde. Es sollte Tage dauern, die Flammen niederzukämpfen.

Die Rettungsmaßnahmen hielten über Wochen an. Ein Überlebender wurde tatsächlich wie durch ein Wunder 16 Tage nach dem Einsturz aus den Trümmern gerettet. Doch viele Hundert Menschen mussten bei diesem tragischen Unfall ihr Leben lassen. Mehr als 500 Menschen starben und weitere 900 wurden schwer verletzt.

Später wurden 25 der Verantwortlichen vor Gericht gestellt. Lee Joon wurde wegen Fahrlässigkeit zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt.