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Sechs Tage nach dem Tod von Hu Yaobang, dem abgesetzten und reformorientierten Anführer der kommunistischen Partei Chinas, kamen am 21. April 1989 etwa 100.000 Studenten auf dem Pekinger Tian'anmen Platz zusammen, um Hu zu gedenken und ihrer Unzufriedenheit über die autoritär kommunistische Regierung Ausdruck zu verleihen.

 

Erste Forderungen der Studenten

 

Am darauffolgenden Tag wurde ein offizieller Gedenkservice für Hu Yaobang in der Großen Halle des Volkes am Tian'anmen Platz abgehalten, wobei ausgewählte Vertreter der Studenten eine Petition die Stufen zur Halle emportrugen, in der sie ein Treffen mit dem Premierminister Li Peng forderten.

Die chinesische Regierung lehnte solch ein Treffen ab, woraufhin ein weitreichender Protest an Universitäten des ganzen Landes ausbrach und Rufe nach demokratischen Reformen laut wurden. Studenten von mehr als 40 unterschiedlichen Hochschulen ignorierten die Warnungen der Regierung, dass sie Massendemonstrationen mit Gewalt verhindern würden, und begannen den Protest am Tian'anmen Platz.

 

Mehr als eine Million Anhänger

 

Zu den Studenten gesellten sich Arbeiter, Intellektuelle und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Mitte Mai füllten mehr als eine Million Menschen den Platz, an dem der kommunistische Führer Mao Zedong 1949 die Volksrepublik China ausgerufen hatte.

Studentenproteste auf dem Tiananmen Platz in China

Am 20. Mai trat in Peking offiziell das Kriegsrecht in Kraft, woraufhin die Regierung Panzer und Soldaten einsetzte, um die Regimekritiker zu entfernen. Die Massen an Studenten und anderen Bürgern konnten den Vormarsch der Armee jedoch aufhalten und am 23. Mai waren die Regierungstruppen in die Vororte von Peking zurückgedrängt worden.

 

Räumung mit allen Mitteln

 

Am 3. Juni erhielten die Truppen die Anweisung, den Tian'anmen Platz mit allen Mitteln zurückzugewinnen. Dies war die Reaktion auf eingefahrene Verhandlungsversuche, um den Protesten und den immer lauter werdenden Forderungen nach demokratischen Reformen ein Ende zu setzen.

Am Ende des nächsten Tages hatten die chinesischen Einheiten den Tian'anmen Platz sowie die Straßen Pekings mit Gewalt geräumt und dabei hunderte Demonstranten getötet. Tausende weitere wurden festgenommen. In den Wochen nach dem Eingriff der Regierung wurde eine Vielzahl der Demonstranten hingerichtet. Kommunistische Hardliner ergriffen die Macht in dem Land.

 

Internationale Reaktionen

 

Die internationale Staatengemeinschaft war von dem Vorfall entsetzt. Die USA sowie einige andere Länder erließen Handelssanktionen gegen China, woraufhin die Wirtschaft des Landes in eine Krise stürzte. Ende der 90er Jahre wurde der internationale Handel jedoch wieder aufgenommen. Dies war unter anderem eine Reaktion darauf, dass China einige hundert inhaftierte Regimekritiker freiließ.