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Am 14. März 1990 wurde Mikhail Gorbatschow von einem Sonderkongress zum neuen Präsidenten der Sowjetunion ernannt.

Obwohl die Wahl einen Sieg für Gorbatschow darstellte, wurden dabei auch extreme Schwächen in seinen Rängen offengelegt, die eventuell dazu führten, dass er nur ein Jahr später von seinem Amt zurücktreten würde.

Gorbatschows Wahl 1990 unterschied sich sehr von anderen „Wahlen“, die bis dato in der UdSSR abgehalten wurden. Bereits seit 1985 hatte er hart daran gearbeitet, den politischen Prozess in der Sowjetunion zu öffnen. So hatte Gorbatschow ein Gesetz durchbekommen, welches das Machtmonopol der Kommunistischen Partei beendete. Außerdem rief er den Sonderkongress der Volksdeputierten ins Leben. Das Volk bestimmte die Mitglieder des Kongresses in einer anonymisierten Wahl.

 

Kritik kommt auf

 

Im Jahr 1990 sah sich Gorbatschow jedoch mit Kritik von sowohl kommunistischen Hardlinern als auch liberaleren Reformern konfrontiert. Unter anderem der Radikalreformer Boris Jelzin kritisierte Gorbatschow für das sehr langsame Vorankommen seiner Reformagenda. Hardliner der kommunistischen Partei hingegen verurteilten das ihrer Meinung nach starke Abweichen des Präsidenten von marxistischen Prinzipien.

 

Mehr Macht dem Präsidenten

 

Im Rahmen eines Versuchs, sein Reformprogramm voranzutreiben, führte Gorbatschow eine Bewegung an, die die sowjetische Verfassung änderte. Dies beinhaltete unter anderem das Hinzufügen eines Absatzes, mit dem der Präsidentschaft mehr Macht zugesprochen wurde.

Am 14. März 1990 wurde Gorbatschow von dem Sonderkongress zum Präsidenten gewählt und trat sein eigentlich fünf Jahre dauerndes Amt an. Obwohl dies ein eindeutiger Sieg für ihn als Politiker war, wurden hier auch seine Probleme offenbart, ein Kollektiv für das Durchsetzen seines politischen Reformprogrammes zu schaffen.

 

Die Wahl

 

Gorbatschow hatte fieberhaft daran gearbeitet, die nötige zwei Drittel Mehrheit der Stimmen zu erhalten. Dazu gehörte auch, dass er wiederholt damit drohte, zurückzutreten, falls keine Mehrheit erreicht würde. Denn in diesem Falle hätte er in einer allgemeinen Wahl gegen andere Kandidaten antreten müssen. Gorbatschow war jedoch der Überzeugung, dass eine allgemeine Wahl das eh schon auf wackligen Beinen stehende Russland in Chaos stürzen würde.

Die Wahl war sehr knapp und Gorbatschow erreichte die notwendige zwei Drittel Mehrheit mit gerade einmal 46 Stimmen.

 

Die Kritik hört nicht auf

 

Obwohl er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte, prangerten ihn 1991 seine inländischen Kritiker für die desaströse Wirtschaftslage im Land an. Auch befürchteten sie, Russland könnte die Kontrolle über die Sowjetunion verlieren.

Im Dezember 1991 gab Gorbatschow dem Druck nach und trat vom Amt des Präsidenten zurück. Trotz der vielen Kritik an seiner Politik, wird Gorbatschow bis heute für eine Vielzahl an Reformen verantwortlich gemacht, die den engen Griff des Kommunismus‘ auf das sowjetische Volk lockerten. 

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