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Die  Geiselnahme von Gladbeck zählt bis heute zu den spektakulärsten und dramatischsten Verbrechen der Nachkriegsgeschichte. Nachdem die Kriminellen Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski am 16. August 1988 um kurz vor 8 Uhr morgens die Deutsche-Bank-Filiale im nordrhein-westfälischen Gladbeck überfallen haben, eskaliert die Situation.

Die Täter nehmen zwei Bankangestellte als Geiseln. Am Abend gewährt ihnen die Polizei den freien Abzug im Fluchtauto mitsamt der Geiseln und 300.000 Mark Lösegeld.

Eine blutige Irrfahrt beginnt, auf der Sie mehrfach das Fluchtfahrzeug wechseln und einen vollbesetzten Linienbus unter ihre Kontrolle bringen. Am Ende des Geiseldramas auf der Autobahn 3 bei Bad Honnef sind der 14-jährige Schüler Emanuele de Giorgi, die 18-jährige Auszubildende Silke Bischoff sowie der der 31-jährige Polizist Ingo Hagen tot. 

Zerstörter Fluchtwagen nach dem Zugriff der Polizei

Zahlreiche Personen wurden verletzt und leiden bis heute unter den Folgen der Geiselname. 54 Stunden lang hielt das Geiseldrama die Republik in Atem - und Millionen Zuschauer waren live am Fernseher dabei. Viele Journalisten sahen in den Vorkommnissen eine große Chance.

Über den gesamten Zeitraum hinweg blieben sie den Flüchtenden in einem Wettrennen um die sensationellsten Nachrichten und Bilder auf den Fersen. Durch das Verhalten der beteiligten Journalisten, die den Tätern durch Interviews eine Plattform boten, teilweise im Fluchtfahrzeug mitfuhren und so die Arbeit der Polizei behinderten, entwickelte sich eine Debatte über die Verantwortung und die Grenzen von Journalismus.

Neben der Kritik an den Medienvertretern wurden auch die mangelnde Koordination des Polizeieinsatzes sowie der Zugriff der nordrhein-westfälischen Beamten bemängelt und führten in der Folge zu Parlamentarische Untersuchungsausschüssen. Am 15. Februar 2018 wurde Dieter Degowski nach 30 Jahren aus der Haftanstalt JVA Werl entlassen.

Am Sonntag, den 22. Juli, zeigt HISTORY um 20:15 Uhr die Dokumentation "Das Geiseldrama von Gladbeck".