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Normalerweise versuchen Mörder mit allen Mitteln, der Polizei und großer medialer Aufmerksamkeit zu entkommen. Aber der selbsternannte Zodiac Killer, der in den späten 60er und frühen 70er Jahren die Bay Area in San Francisco terrorisierte, war eine Ausnahme. Zweimal rief er selbst die Polizei an, um von ihm begangene Morde zu berichten, und er schickte dutzende von Briefen an Zeitungen. Ein Kryptologe hat sich nun den versteckten Nachrichten und Codes in vier dieser Briefe angenommen.

Z 408 vom 31. Juli 1969

Die erste verschlüsselte Nachricht, die der Zodiac Killer kreiert hat, ist mit 408 Zeichen auch seine längste. Der Mörder hat sie in drei Teile mit jeweils gleicher Länge unterteilt und an zwei Zeitungen geschickt – eine in San Francisco und eine in Vallejo. Er forderte, dass die Briefe in der Zeitung abgedruckt würden. Andernfalls würde er sich auf eine Mord-Tour begeben. Daher wurden die Codes veröffentlicht.

Eine Woche nach dem Erscheinen der Zeitungen mit den Codes, meldeten sich der aus Noth Salina stammende Lehrer Donald Harden und seine Frau Betty bei der The San Francisco Chronicles. Die beiden hatten eine Lösung gefunden. Betty hatte zwei versteckte Wörter in der Nachricht gefunden. Sie fand die Wörter „I“ und „Kill“. Das führte dazu, dass später der Satz „I like killing“ (zu dt.: Ich mag es, zu töten) entschlüsselt wurde.

Wichtige Hinweise

Die Art und Weise, wie der Zodiac gewisse Symbole ausgewählt und sie in sein eigenes „Alphabet“ integriert hat, lässt einige Rückschlüsse auf seine Person, zum Beispiel seine Ausbildung oder spezielle Interessen, zu. Einige dieser Elemente können sogar Hinweise zum Beruf des Täters oder seiner Arbeitsstelle liefern. Beispielsweise gehörten zu seinem Alphabet auch Kreise, die an unterschiedlichen Stellen durchgestrichen waren. Diese Ideogramme sollen von Harvey Poppel für die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton erfunden worden sein. Diese sogenannten Harvel Balls oder auch Booz Balls, fanden auch in weiteren Unternehmen Gebrauch, so auch in Fragebogen zur Konsumentenzufriedenheit. Wenn der Killer die Harvey Balls-Zeichen gesehen hat, könnte er einen Bezug zu einer dieser Firmen haben.

Z340 vom 8. November 1969 

Während die erste codierte Nachricht nach ungefähr 20 Stunden geknackt worden war, sollte der nächste Brief Experten und Amateur-Codeknacker mehrere Jahre lang ins Grübeln bringen. Selbst Software-Programme, die nur dazu programmiert wurden, um solche Arten von Codes zu entziffern, konnten das Rätsel nicht lösen.

Der auf den Fall angesetzte Kryptologe Craig P. Bauer entdeckte schließlich, dass die Hälfte des genutzten Alphabets gar nicht verändert wurde. Zusätzlich fand er heraus, dass auf acht Zeilen mit wertvollen Informationen mehrere Zeilen mit keinen Sinn ergebenden Buchstabenkombinationen eingebaut waren. So sollten Computerprogramme ausgetrickst werden.

Da der Zodiac allerdings ein Amateur im Codieren von Nachrichten war, machte er einige Fehler. Bei normalen Textpassagen auf Englisch, machte er immer wieder Rechtschreibfehler. Doch auch dieser Brief konnte entziffert werden.

Z 13 vom 20. April 1970

Die kürzeste aller Nachrichten des Killers scheint auch gleichzeitig die Wichtigste zu sein. Ihr voran steht nämlich der Satz: „Mein Name ist….“.

In der Z 408 machte der Zodiac ein großes Versprechen als er schrieb: „Übrigens, hat die Polizei viel Spaß mit dem Code? Wenn nicht, sagt ihnen, sie können sich ein wenig aufheitern. Wenn sie ihn knacken, werden sie mich finden.“

Das war jedoch nicht die Wahrheit. Im Gegenteil, die Lösung des Rätsels brachte den Satz „I will not give you my name“ (zu dt.: Ich werde euch nicht meinen Namen verraten) zum Vorschein. Vielleicht hat er deswegen auch in der Z 13 gelogen. Vielleicht aber auch nicht, weil ihm der ungelöste Code aus seinem vorigen Brief davon überzeugt haben könnte, dass sie nicht geknackt werden können.

Ein Problem bei dem kurzen Brief ist allerdings, dass er mehrere Lösungen haben kann. Eine dieser Lösungen könnte Alfred E. Neuman sein, auch bekannt als das Maskottchen des Mad Magazines. Das würde dem Humor des Serienmörders entsprechen. 

Z 32 vom 26. Juni 1970

Dieser Brief, manchmal auch der Karten-Code genannt, weil er zusammen mit einer Karte der San Francisco Bay Area ankam, ist der schwerste Code des Zodiacs. Ein Symbol vom Zodiac ist auf der Karte eingezeichnet. Dazu gibt es die Erklärung: „0 muss als magnetischen Nordpol gesetzt werden“.

Das ist ein weiterer Hinweis auf das Wesen des Zodiac Killers. Er war mit hoher Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich intelligent, da er zwischen dem normalen und dem magnetischen Nordpol unterschied. Das wirft auch folgende Fragen: In welchem Beruf war der Zodiac tätig, dass er diese Unterscheidung kannte? Der Kompass zeigte auf den Mount Diablo. Wieso war ihm dieser Ort so wichtig?

Im Text stand, dass die Karte und der Code verraten würden, wo eine Bombe versteckt ist. Bis heute ist der Code nicht entschlüsselt.

 
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