Zurück
 
An diesem Tag im Jahr 1718 wurde der berüchtigte Pirat Blackbeard bei einer Schießerei vor der Küste von North Carolina getötet. Es beendete die kurze, aber blutige Laufbahn einer Figur, die alle romantischen und abenteuerlichen Auswüchse des „Goldenen Zeitalters“ der Seeräuberei verkörperte.

                

Mit seinem dichten schwarzen Bart und seinem bodenlangen blutroten Mantel erreichte Blackbeard noch zu Lebzeiten einen fast mythischen Status und noch lange nach seinem Tod wurde er gefürchtet und verehrt. Man weiß wenig über Blackbeards Kindheit und Jugend, selbst über seinen wirklichen Namen gibt es Zweifel. Es wird angenommen, dass er um 1680 in der englischen Stadt Bristol geboren wurde und alte Dokumente geben seinen Nachnamen mit Thache, Thatch, Thack oder ähnlichem an. Edward Teach, wie er im Allgemeinen genannt wird, diente während Queen Anne’s War (1702-1713) in der Karibik bei der Marine, bevor er sich einem Leben als Pirat zuwandte. Um das Jahr 1716 herum schloss sich Teach der Piratenbande von Benjamin Hornigold an. Scheinbar war sein seemännisches Können schon sichtbar, denn Hornigold übergab ihm die Verantwortung für eine Schaluppe sowie eine eigene Mannschaft.

 

Gegen Ende des Jahres 1717 kaperte Teach vor der Küste von St. Vincent die französische Sklavengaleere La Concorde. Er nannte das Schiff in „Queen Anne’s Revenge“ (Queen Annes Rache) um und bewaffnete es mit 40 Kanonen und einer furchterregenden Mannschaft. Während der folgenden Monate vergrößerte Blackbeard, wie er genannt wurde, seine Truhen und seinen schrecklichen Ruf durch das Plündern unzähliger Handelsschiffe. Nachdem die Briten durch die Zahl der an Piraten verlorenen Schiffe in den Gewässern der Neuen Welt alarmiert waren, schickten sie 1718 mehrere Marineschiffe in die Region, um die Piratenbedrohung zu bezwingen. In diesem Sommer sagte sich Teach von seinem Piratenstatus los, angelockt von einem Straferlass, der allen Piraten angeboten wurde, die der Seeräuberei abschworen. Aber es war klar, dass er für sein Ehrenwort nur ein Lippenbekenntnis ablegte. Im Herbst räuberte er wieder in der Karibik.

 

Am 22. November lag Blackbeards Schiff „The Adventurer“ in der Ocracoke-Mündung an der Küste North Carolinas, als es von der Patrouille der Royal Navy unter dem Kommando von Kapitän Maynard entdeckt wurde. Maynard wartete bis zum Morgen und enterte dann die Mündung mit zwei abkommandierten Schaluppen. Blackbeard fing sofort den Kampf an und schoss eine Reihe von Kanonenschüssen auf seine vermeintlichen Fänger. Nach mehreren Schusswechseln war „The Adventurer“ neben Maynards Schaluppe. Als er sah, dass der Feind beträchtliche Verluste erlitten hatte, gab Blackbeard den Befehl zu entern. Aber Maynard hatte einen klugen Schachzug vollzogen: Er hatte befohlen, dass sich mehrere seiner Männer unter Deck verstecken und die Piraten überraschen sollten, wenn sie enterten. Der Hinterhalt bewies sich als ausschlaggebend. Die überraschten Piraten hatten wenig Zeit, um sich auf einen Mann-zu-Mann-Kampf vorzubereiten und wurden schnell von dem Navy-Aufgebot überrannt.

 

Blackbeard soll wild gekämpft haben. Er soll fünf Musketenschüsse und über zwanzig Säbelwunden davongetragen haben, bevor er starb. Sein Kopf wurde anschließend von seinem Körper abgetrennt; eine makabre Trophäe für seine Fänger und ein schmähliches Ende für einen Piraten, der in volkstümlichen Überlieferungen als größter Pirat, der jemals auf den Meeren gesegelt ist, weiterlebte. 

News
Das Ende von Napoleon: Die Schlacht bei Waterloo