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Am 25. Januar 1924 beginnen im französischen Chamonix die ersten Olympischen Winterspiele. Rund 300 Athleten aus 16 Nationen treten bei der „Internationalen Wintersportwoche“ an, wie die Veranstaltung zunächst offiziell heißt. Auf dem Programm stehen 16 Wettbewerbe in sechs Sportarten – darunter Skispringen, Eisschnelllauf, Eishockey und Bobfahren.
Der Erfolg ist so groß, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) 1925 beschließt, die Veranstaltung rückwirkend als I. Olympische Winterspiele anzuerkennen. Die Spiele von St. Moritz 1928 gelten damit offiziell als zweite Winterspiele.
Von den Nordischen Spielen zu Olympia
Bereits 1901 fanden in Schweden die ersten „Nordischen Spiele“ statt – ein internationaler Wintersportwettbewerb, an dem allerdings ausschließlich skandinavische Länder teilnahmen. Sie wurden im Vierjahresrhythmus ausgetragen und galten lange als wichtigste Wintersportveranstaltung weltweit.
1908 wurde Eiskunstlauf erstmals Teil der Olympischen Spiele in London – allerdings im Oktober, mehrere Monate nach Abschluss der übrigen Sommerwettbewerbe.
Ein eigener Winterwettbewerb für die Spiele 1912 in Stockholm wurde vom IOC vorgeschlagen, von Schweden jedoch abgelehnt, um die Nordischen Spiele nicht zu schwächen. Geplante Winterspiele im Vorfeld der Berliner Sommerspiele 1916 fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer.
Bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen wurden Eishockey und Eiskunstlauf offizielle Disziplinen. Kurz darauf einigte sich das IOC mit den skandinavischen Ländern auf die Durchführung einer eigenständigen Wintersportveranstaltung – die Geburtsstunde von Chamonix 1924. Allerdings fand die Winterausgabe der Spiele im Rahmen der Olympischen Spiele in Paris statt.
Sportlicher Wettkampf
Sportlich dominieren vor allem die skandinavischen Nationen.
- Norwegen führt den Medaillenspiegel mit 17 Medaillen an.
- Dahinter folgen Finnland und Österreich.
- Deutschland ist aufgrund seiner Rolle im Ersten Weltkrieg von den Spielen ausgeschlossen.
- Kanada setzt seine frühe Dominanz im Eishockey fort. In fünf Spielen erzielt das Team 110 Tore bei nur drei Gegentreffern und gewinnt souverän Gold.
- Ob Curling 1924 lediglich als Demonstrationssportart – also ohne offizielle Medaillenwertung – oder als vollwertiger olympischer Wettbewerb ausgetragen wurde, war über Jahrzehnte umstritten. Nachdem historische Dokumente eindeutig belegten, dass es sich um einen offiziellen Wettkampf handelte, wurde das britische Team 82 Jahre später rückwirkend zu Olympiasiegern erklärt.
Frauen im Eiskunstlauf
Von den rund 300 Athleten sind lediglich 13 Frauen. Sie starten ausschließlich im Eiskunstlauf.
- Helene Engelmann (Österreich) gewinnt gemeinsam mit Alfred Berger den Paarlauf.
- Herma Planck Szabo (Österreich) holt Gold im Einzel.
Der Aufstieg des Skisports
Die Spiele von Chamonix geben dem Skisport einen enormen internationalen Schub – eine Entwicklung, die den Wintersport in den folgenden Jahrzehnten nachhaltig prägen sollte.
