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Drogenkartelle und Mafia-Organisationen sind für ihre Gewaltbereitschaft und Gnadenlosigkeit bekannt. Geführt werden sie von skrupellosen Verbrechern, die aufgrund ihrer Taten oft fragwürdige Berühmtheit erlangen. Hier stellen wir euch die vier berüchtigtsten Drogenbosse der Welt vor.

Pablo Escobar

Der Kolumbianer Pablo Emilio Escobar Gaviria gilt bis heute als einer der mächtigsten und grausamsten Drogenbosse der Welt. Escobar stammt aus einer normalen, mittelständischen Familie. Er verließ jedoch vorzeitig die Schule und verbrachte schon früh viel Zeit auf den Straßen der Großstadt Medellín, wo er sich mit seinem Cousin Gustavo Gaviria die Zeit in Bars und im Rotlichtviertel vertrieb. Dort machte er auch erste Bekanntschaften zur Unterwelt und begann, Marlboro-Zigaretten zu schmuggeln. Von der Macht und dem schnellen Geld angetan, sollte es jedoch nicht nur bei Zigaretten bleiben. Autodiebstähle, Raubüberfälle und Entführungen folgten, bei denen er die Geiseln oft trotz Lösegeldzahlungen umbrachte. 

In den 70er Jahren wurde Kokain zur Modedroge und der geschäftige Escobar stieg als einer der ersten in das lukrative Geschäft ein. Über die Jahre hinweg baute er das sogenannte Medellín-Kartell auf, an dessen Spitze er stand. Trotz zahlreicher Vergehen wurde er nie verhaftet und ließ sich Anfang der 80er Jahre sogar als Abgeordneter in den kolumbianischen Kongress wählen. Jedoch musste er aufgrund der Gerüchte um seine Person das Amt wieder niederlegen. 

Daraufhin eröffnete Escobar einen offenen Kampf gegen die Regierung Kolumbiens. Er ließ nicht nur den damaligen Justizminister umbringen, sondern zeichnete auch für einen fatalen Flugzeugabsturz mit über 100 Toten verantwortlich. Damit wurde er zum Staatsfeind Nummer Eins. Er forderte von der Regierung, ein Gesetz zur Auslieferung von Drogenhändeln an die USA zu kippen, da er die eigene Abschiebung und amerikanische Gefängnisse fürchtete. 

1993 wurde Pablo Escobar von Eliteeinheiten aus kolumbianischen und amerikanischen Einheiten schließlich erschossen. Sein Ruf als einer der grausamsten und skrupellosesten Drogenbosse aller Zeiten hält sich jedoch bis heute. 

Joaquin „El Chapo“ Guzmán

Joaquin Guzmán, auch El Chapo (dt.: Der Kleine) genannt, begann seine Karriere in der Unterwelt bereits sehr früh. Nach der dritten Klasse verließ er die Schule und schloss sich in seiner Jugendzeit bekannten Drogenbossen und Kartellgründern an. Zuerst war er für die Koordination der verschiedenen Drogenlieferungen in die Vereinigten Staaten zuständig, übernahm jedoch schnell die Leitung des Sinaloa-Kartells, nachdem die bis zu diesem Zeitpunkt größte mexikanische Drogenorganisation, das Guadalajara-Kartell, in kleinere Bereiche aufgeteilt wurde. 

1993 wurde El Chapo in Guatemala verhaftet und an sein Heimatland Mexiko ausgeliefert, wo er zu einer 20jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. 2001 flüchtete er aus dem Gefängnis und blieb 13 Jahre auf freiem Fuß, bis ihn mexikanische und US-amerikanische Beamte im mexikanischen Mazatlán festnahmen. 

Nur ein Jahr später gelang ihm erneut die Flucht aus seiner Haft. Durch einen Tunnel konnte El Chapo entkommen. Es sollte ein weiteres Jahr dauern, bis er erneut festgenommen werden konnte. 2017 wurde er in die USA ausgeliefert, wo er seitdem in Haft sitzt. 

James „Whitey“ Bulger

James Bulger, auch Whitey genannt, ist ein verurteilter Mörder, Drogenhändler und Erpresser. Auch soll er vorübergehend das Oberhaupt der Winter Hill Gang, einer kriminellen Organisation die zum organisierten Verbrechen gezählt wird, gewesen sein. Whitey wurde 1929 in Boston geboren. Während sein Bruder William als erfolgreicher Politiker von sich reden machte, schlug James eine kriminelle Laufbahn ein. Er schloss sich schon früh einer Gang an und saß wegen Raubüberfalls sogar in Alcatraz ein. 

In den 70er Jahren wurde er zu einem FBI-Informant. Er nutzte diese Position jedoch, um seine eigene Stellung in der Bostoner Unterwelt zu festigen. Diese Verbindung zum FBI erlaubte es schließlich auch, dass er insgesamt 16 Jahre dem Gesetz entfliehen konnte. Ein FBI Beamter warnte Bulger davor, dass Ermittlungen gegen ihn liefen, woraufhin er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Catherine Greig untertauchte. 

Nach angeblichen Sichtungen in London, Uruguay und Sizilien konnte das Paar jedoch in Santa Monico in Kalifornien festgenommen werden. Dort hatten die Beiden 16 Jahre lang unauffällig gelebt. Bulger wurde wegen 19-fachem Mord sowie Geldwäsche und weiteren Vergehen angeklagt und zu einer zweifachen lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt, die er aktuell in Florida verbüßt.  

John Gotti

John Gotti ist nach Al Capone wohl das bekannteste Mitglied der Cosa Nostra, dem amerikanischen Ableger der italienischen Mafia. Gotti wurde 1940 geboren und wuchs New Yorker Stadtteil Queens auf. Schon in jungen Jahren konzentrierte sich Gotti darauf, sein Geld mit Verbrechen zu verdienen. Seine gesamte Familie, darunter auch fünf Brüder, sollten später diesem Vorbild folgen und ebenfalls in die organisierte Kriminalität einsteigen.

Durch seine kriminellen Coups stieg Gotti schnell zu einem geachteten Mitglied der Gambino-Familie auf, die der Mafia angehörte. Drogendeals und Gewalttaten waren die Folge. Mit einem hinterhältigen Attentat gelang Gotti schließlich an die Spitze der Familie, nachdem er das vorige Oberhaupt erschießen ließ. Das wurde jedoch von den anderen Familien innerhalb der Cosa Nostra nicht gern gesehen, da er sich vorab nicht die nötige Zustimmung von ihnen eingeholt hatte. Auch seine Vorliebe für die Öffentlichkeit war ihnen ein Dorn im Auge, denn mit Zeitungsinterviews und Fernsehauftritten zog Gotti die Aufmerksamkeit nicht nur auf sich, sondern auch auf seinen kriminellen Hintergrund. 

Jahrelang konnte ihm trotz seiner zahlreichen Verbrechen und öffentlichen Auftritte kein Prozess gemacht werden, weil die Beweise und Zeugenaussagen fehlten. Das änderte sich jedoch 1992, als sich frühere Familienmitglieder gegen Gotti wandten und vor Gericht gegen ihn aussagten. Gotti wurde daraufhin festgenommen und in Einzelhaft gesteckt. Doch auch aus dem Gefängnis blieb er das Oberhaupt der Gambino-Familie und führte die Geschäfte weiter, bis er 2002 an Kehlkopfkrebs starb. 

 
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