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Das Bermudadreieck ist ein mythischer Abschnitt des Atlantischen Ozeans, der von Miami, Bermuda und Puerto Rico begrenzt wird. Hier sind bereits Dutzende von Schiffen und Flugzeugen verschwunden. Einige dieser Vorfälle sind ungeklärt, darunter einer, bei dem die Piloten eines Geschwaders von Bombern der US Navy die Orientierung verloren, als sie über das Gebiet flogen. Die Flugzeuge wurden nie gefunden. Andere Boote und Flugzeuge wurden bei gutem Wetter scheinbar vom Erdboden verschluckt, ohne davor Notrufe abzusetzen. Doch obwohl unzählige Theorien über das Bermudadreieck aufgestellt wurden, weist keine von ihnen darauf hin, dass unerklärliche Ereignisse dort häufiger vorkommen als in anderen Abschnitten des Ozeans. Tatsächlich durchkreuzen unzählige Menschen jeden Tag das Gebiet ohne Zwischenfälle.

 

Mysterium Bermudadreieck

Das als Bermudadreieck oder Teufelsdreieck bezeichnete Gebiet umfasst etwa 805.000 Quadratkilometer Meeresfläche vor der südöstlichen Spitze Floridas. Als Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise in die Neue Welt durch das Gebiet segelte, berichtete er, dass eines Nachts eine große Flamme (wahrscheinlich ein Meteor) ins Meer stürzte und einige Wochen später ein seltsames Licht in der Ferne auftauchte. Er schrieb auch über sprunghaft wechselnde Kompassanzeigen – vielleicht weil damals ein Teil des Bermudadreiecks einer der wenigen Orte auf der Erde war, wo der wahre Norden und der magnetische Norden eine Reihe bildeten.

Wusstest du? Joshua Slocum, der erste Mensch, der allein um die Welt gesegelt war, verschwand 1909 auf einer Reise von Martha's Vineyard nach Südamerika. Obwohl unklar ist, was genau passiert war, schrieben später viele Medien seinen Tod dem Bermudadreieck zu.

William Shakespeares Stück „Der Sturm“ soll laut Fachleuten auf einem echten Schiffswrack auf den Bermudas basieren. Auch dieses Werk hat möglicherweise die Mystik der Gegend geprägt. Dennoch erregten Berichte über unerklärliche Vorfälle erst im 20. Jahrhundert die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

 

 
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Das Bermudadreieck: Ein Ort unerklärlicher Tragödien?

Eine besondere Tragödie ereignete sich im März 1918, als die USS Cyclops, ein 165 Meter langes Navy-Frachtschiff mit über 300 Mann und 10.000 Tonnen Manganerz an Bord, irgendwo zwischen Barbados und der Chesapeake Bay versank. Die Besatzung hatte keinen Notruf abgesetzt, auch eine umfassende Suche nach dem Wrack blieb erfolglos. „Nur Gott und das Meer wissen, was mit dem großen Schiff passiert ist“, sagte US-Präsident Woodrow Wilson später. 1941 verschwanden zwei der Schwesterschiffe der Cyclops auf fast derselben Route ebenfalls spurlos.

Der Legende nach bildete sich ein Muster, wonach Schiffe, die das Bermudadreieck durchquerten, entweder verschwanden oder verlassen aufgefunden wurden. Dann, im Dezember 1945, starteten fünf Navy-Bomber mit 14 Mann an Bord von einem Flugplatz in Fort Lauderdale, Florida, um eine Trainingsmission zu absolvieren. Zwei Stunden nach Beginn des Einsatzes meldete der Anführer des Geschwaders „Flight 19“, dass sein Kompass und sein Ersatzkompass ausgefallen seien. Bei den anderen Flugzeugen traten ähnliche Fehlfunktionen der Instrumente auf. Funkeinrichtungen an Land wurden kontaktiert, um den Standort des verlorenen Geschwaders zu finden, doch die Ortung blieb erfolglos. Die Flugzeuge mussten notwassern, nachdem ihnen der Treibstoff ausgegangen war. Am selben Tag verschwand auch das Rettungsflugzeug mit seiner 13-köpfigen Besatzung, das auf der Suche nach Flight 19 war.

Das Verschwinden der 14 Männer von Flight 19 und der 13 Männer der Rettungstruppe führte zu einer der bis dahin größten Luft- und Seedurchsuchungen. Hunderte von Schiffen und Flugzeugen durchkämmten Tausende von Quadratkilometer des Atlantischen Ozeans und des Golfs von Mexiko. Es wurde nie eine Spur der Leichen oder Flugzeuge gefunden.

Obwohl es hieß, dass stürmisches Wetter die Beweise zerstört hatte, trug die Geschichte der „Verlorenen Staffel“ dazu bei, die Legende des Bermudadreiecks zu festigen.

 

Bermudadreieck: Theorien und Gegentheorien

Als es weitere mysteriöse Unglücke in der Gegend gab – darunter drei Passagierflugzeuge, die abgestürzt waren, obwohl sie allesamt kurz davor gefunkt hatten, dass alles nach Plan verliefe – prägte Vincent Gaddis 1964 in einem Zeitschriftenartikel den Ausdruck „Bermudadreieck“. Der Autor Charles Berlitz heizte die Legende 1974 mit seinem sensationellen Bestseller „Das Bermudadreieck“ noch weiter an.

Seitdem machten Dutzende anderer Autoren alles mögliche für die angebliche Tödlichkeit des Dreiecks verantwortlich, von Außerirdischen, Atlantis und Seeungeheuern bis hin zu Zeitverzerrungen und umgekehrten Gravitationsfeldern. Wissenschaftlich orientierte Theoretiker bezogen sich auf magnetische Anomalien, Wasserhosen oder riesige Eruptionen von Methangas am Meeresgrund.

Obwohl Stürme, Riffe und der Golfstrom im Bermudadreieck zu Navigationsschwierigkeiten führen können, erkennt das führende Schifffahrtsversicherungsunternehmen Lloyd's aus London die Gegend nicht als besonders gefährlichen Ort an. Die US-Küstenwache sieht das ähnlich: „Bei einer Überprüfung vieler Flugzeug- und Schiffsverluste in der Region im Laufe der Jahre wurde nichts entdeckt, was darauf hindeuten würde, dass etwas anderes als physische Ursachen zu den Unglücken geführt hatte. Es wurden nie außergewöhnliche Faktoren identifiziert.“

 

 

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