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An diesem Tag im Jahr 1809 versteckte sich der Komponist Ludwig van Beethoven im Keller seines Bruders und bedeckte seine Ohren mit Kissen. Er wollte so sein wertvolles Gehör während des schweren Beschusses der Belagerung von Wien schützen.

Wenige öffentliche Personen hatten solch starken Einfluss auf Beethovens Leben und Werk wie Napoleon Bonaparte. Im Laufe seines Lebens begegnete der Komponist Bonaparte mit gemischten Gefühlen. So reichten seine Empfindungen ihm gegenüber von Bewunderung und Respekt bis hin zu Wut und Abscheu.

Als General Bernadotte, der damalige französische Botschafter in Österreich, Beethoven vorschlug, ein Stück zu Ehren Napoleons zu schreiben, entstand Beethovens 3. Symphonie.

Er nannte das dramatische Stück die Bonaparte-Symphonie, zu Ehren des französischen Generals. Als Beethoven im Jahr 1804 allerdings erfuhr, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte, war er so wütend, dass er den Namen „Bonaparte“ von dem Titelblatt der Symphonie entfernte. Dies geschah mit einer solchen Vehemenz, dass ein Loch in der Seite zurückblieb.

Einem Freund erzählte er, dass er sich weigerte, sein Stück einem Mann zu widmen, den er inzwischen als Tyrannen ansah.

Die Komposition wurde in „Eroica“ (oder auch „Heroische Symphonie“) umbenannt. Dennoch trug die Symphonie immer noch die Widmung: „Komponiert, um die Erinnerung an einen großen Mann zu feiern.“

Das war noch nicht das Ende von Napoleons Einfluss auf Beethovens Karriere. Napoleons zwei Belagerungen von Wien, in den Jahren 1805 und 1809, störten die Karriere des Komponisten.

1805 unterbrach Napoleons Belagerung die Premiere von Beethovens einziger Oper, „Fidelio“. 1809 marschierte Napoleon in Österreich ein und belagerte Wien. Der französische Kaiser schlug sein Basislager in Linz auf und stellte die Stadt für lange Zeit unter schweren Beschuss.

Dieser Beschuss machte solch einen Lärm, dass Beethoven am 10. Mai 1809 im Keller seines Bruders Zuflucht suchte.

Er machte sich Sorgen um sein immer schlechter werdendes Gehör. Zusammen mit seinem Bruder Carl, dessen Frau Johanna und deren Sohn Karl suchte Beethoven Schutz. Manchmal bedeckte er seine Ohren sogar mit Kissen, um den Lärm der Einschläge zu mildern. Letztendlich fiel Wien erneut an Napoleon. Nach einem Jahr hatten sich die zwei Länder jedoch wieder versöhnt.

Beethoven erwog flüchtig, seine Messe in C-Dur, Opus 86, Napoleon zu widmen. Seinem Freund und früheren Studenten Carl Czerny sagte er: „Ich hasste ihn, aber jetzt denke ich anders darüber.“

Bild: © The Bridgeman Art Library Ltd. / Alamy