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Die ersten Menschen, die das Gebiet des heutigen New York City bewohnten, waren die Lenape, ein Volk der Algonquin, das in der Gegend zwischen den Flüssen Delaware und Hudson jagte, fischte und Landwirtschaft betrieb.

 

Europäer begannen Anfang des 16. Jahrhunderts die Region zu erkunden – unter den ersten war Giovanni da Verrazzano, ein Italiener, der auf der Suche nach einer Route nach Asien die Atlantikküste auf- und absegelte. 1624 entsandte die niederländische Westindien Kompanie etwa 30 Familien in eine winzige Siedlung auf „Noten Eylandt“ (heute „Governors Island“), die sie New Amsterdam („Nieuw Amsterdam“) nannten, um dort zu leben und zu arbeiten. 1626 kaufte der Gouverneur der Siedlung, Peter Minuit, den Eingeborenen die viel größere Insel Manhattan für 60 Gulden in Form von Handelswaren ab.

In New Amsterdam lebten weniger als 300 Menschen als die Siedlung nach Manhattan umzog. Aber das Dorf wuchs schnell: Bis 1760 wurde es zur zweitgrößten Stadt der amerikanischen Kolonie. Fünfzig Jahre später wurde sie mit 202.589 Einwohnern die größte Stadt der westlichen Hemisphäre. Heute leben mehr als 8,8 Millionen Menschen in den fünf Bezirken der Stadt.

 

New York City im 18. Jahrhundert

1664 eroberten die Briten New Amsterdam und gaben der Siedlung einen neuen Namen: New York City. Im nächsten Jahrhundert wurde die Bevölkerung von New York City größer und vielfältiger: Sie umfasste Einwanderer aus den Niederlanden, England, Frankreich und Deutschland; Vertragsbedienstete; und afrikanische Sklaven.

Wusstest du schon? New York City war von 1785 bis 1790 die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

In den 1760er und 1770er Jahren war die Stadt ein Zentrum für Aufstände gegen Großbritannien – zum Beispiel, nachdem das britische Parlament 1765 den „Stamp Act“ („Stempelgesetz“) verabschiedet hatte, wonach jedes offizielle Dokument – darunter auch Zeitungen und Würfelspiele – Steuermarken haben mussten, schlossen die New Yorker aus Protest ihre Geschäfte und verbrannten Bildnisse des königlichen Gouverneurs.

Die strategische Bedeutung der Stadt wuchs ebenfalls. Als New York City im Unabhängigkeitskrieg kurzzeitig als Stützpunkt für George Washingtons Kontinentalarmee fungierte, setzten die Briten alles daran, die Stadt schnellstmöglich zurückzuerobern. Im August 1776 fiel New York City in Brooklyn und Harlem Heights zurück an die Briten. Erst 1783, nachdem auch Großbritannien die Unabhängigkeit der USA anerkannte, gaben die Besetzer New York City als britischen Militärstützpunkt auf.

 

 

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New York City im 19. Jahrhundert

Die Stadt erholte sich schnell vom Krieg und war 1810 einer der wichtigsten Häfen des Landes. Sie spielte eine besonders bedeutende Rolle im Baumwollhandel: Südliche Pflanzer schickten ihre Ernte in die Docks des East River, wo sie zu den Mühlen nach Manchester und in andere britische Industriestädte verschifft wurde. Anschließend transportierten Textilhersteller ihre Fertigwaren zurück nach New York.

Doch bis 1817, als die Arbeiten an einem 584 Kilometer langen Kanal vom Hudson River zum Eriesee begannen, gab es keine einfache Möglichkeit, Waren aus dem wachsenden, landwirtschaftlich geprägten Hinterland in den Norden und Westen zu transportieren. Der Eriekanal wurde 1825 fertiggestellt. New York City war von nun an die Handelshauptstadt der Nation.

Als die Stadt wuchs, wurden weitere infrastrukturelle Verbesserungen vorgenommen. 1811 legte der „Commissioner's Plan“ ein geordnetes Straßen- und Alleenraster für die unbebauten Teile Manhattans nördlich der Houston Street fest. 1837 begann der Bau des Croton-Aquädukts, das der wachsenden Bevölkerung der Stadt sauberes Wasser lieferte. Acht Jahre später gründete die Stadt ihre erste städtische Behörde: das New York City Police Department.

Unterdessen veränderte die zunehmende Zahl von Einwanderern – in den 18040er und 1850er Jahren aus Deutschland und dann aus Süd- und Osteuropa – das Gesicht der Stadt. Die Neuankömmlinge ließen sich in verschiedenen ethnischen Vierteln nieder, gründeten Geschäfte und soziale Vereine, traten Gewerkschaften und politischen Organisationen bei und bauten Kirchen.

 

New York City im 20. Jahrhundert

Um die Jahrhundertwende wurde New York City zu der Stadt, die wir heute kennen. Im Jahr 1895 stimmten die Einwohner von Queens, der Bronx, Staten Island und Brooklyn – damals allesamt unabhängige Städte – dafür, sich mit Manhattan zu „konsolidieren“, um einen „Großraum New York“ mit fünf Bezirken zu bilden. Als Ergebnis hatte New York City am 31. Dezember 1897 eine Fläche von 155 Quadratkilometer und eine Bevölkerung von etwas mehr als 2 Millionen Menschen. Am 1. Januar 1898, als der Konsolidierungsplan in Kraft trat, hatte New York City plötzlich eine Fläche von 932 Quadratkilometer und eine Bevölkerung von etwa 3.350.000 Menschen.

Das 20. Jahrhundert war eine Ära der Krisen für amerikanische Städte – New York stellte keine Ausnahme dar. Der Bau von Autobahnen und die Gründung von Vororten nach dem Zweiten Weltkrieg ermutigte wohlhabende Menschen, die Stadt zu verlassen, was zusammen mit einer Deindustrialisierung und anderen wirtschaftlichen Veränderungen die Steuerbasis senkte und die öffentlichen Dienstleistungen verringerte. Dies wiederum führte zu Abwanderung und einer „weißen Flucht“. Der „Hart-Cellar Immigration and Nationality Act“ von 1965 ermöglichte jedoch Einwanderern aus Asien, Afrika, der Karibik und Lateinamerika die Einreise in die USA. Viele dieser Neuankömmlinge ließen sich in New York City nieder und belebten viele Viertel neu.

 

New York City im neuen Jahrtausend

Am 11. September 2001 erlebte New York City den tödlichsten Terroranschlag in der Geschichte der Vereinigten Staaten, als eine Gruppe von Terroristen zwei entführte Passagierflugzeuge in die höchsten Gebäude der Stadt steuerten: die Zwillingstürme des World Trade Centers. Die Gebäude wurden zerstört und fast 3.000 Menschen kamen ums Leben.

Die Anschläge liegen nun 20 Jahre zurück und New York City ist unter anderem mit der Errichtung des „One World Trade Center“ neu aufgeblüht. Über 40 Millionen Touristen besuchen die Stadt jährlich (Stand 2019). New York City ist nach wie vor Finanzhauptstadt der USA.

Heute leben mehr als 8,8 Millionen New Yorker in den fünf Stadtbezirken – mehr als ein Drittel davon wurde außerhalb der Vereinigten Staaten geboren. Dank des pulsierenden interkulturellen Zusammenlebens bleibt New York City die kulturelle Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

 

 

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