Fünf Frauen aus Salem

Anfang 1692, während des eisigen Winters der Massachusetts Bay Kolonie begann eine Gruppe junger Mädchen sich plötzlich auffällige zu verhalten. Die Tochter und die Nichte des lokalen Gemeindeleiters, Samuel Parris, behaupteten von unsichtbaren Mächten heimgesucht zu werden, die sie beißen und sie dazu zwingen, ihre Körper zu verdrehen. Im Februar zeigten zwei weitere Mädchen die gleichen Symptome und die ersten Panikwellen ergriffen die Bewohner Salmes: Die Mädchen waren verhext worden!

Bald beschuldigten die betroffenen Mädchen drei Frauen: Parris‘ Sklavin Tituba, eine beannte Bettlerin, Sarah Good sowie eine unbeliebte Witwe, Sarah Osbourne. Die lokalen Richter begannen die Frauen zu befragen und stellten ihnen die Mädchen gegenüber, die sie der Hexerei bezichtigten. Während Good und Osbourne die Anschuldigungen bestritten, berichtete Tituba anschaulich, wie sich Satan persönliche offenbart hatte und sie im Buch des Teufels mit ihrem eigenen Blut unterzeichnet hatte – und dort bereits die Unterschiften von Good und Osbourne standen.

Titubas Geständnis trug dazu bei, eine der berüchtigtsten Hexenjagden des neuen Kontinents auszulösen, die schon bald über Salem hinausging und ganz Neuengland erfasste. Fast 200 Menschen wurden im Verlauf der Prozesse angeklagt von denen 20 im Sommer und Herbst 1692 hingerichtet wurden. Hier erzählen wir von fünf der Gehängten.

1. Bridget Bishop

Als das Sondergericht Oyer and Terminer Anfang Juni in der Stadt Salem zusammentrat, wurde der erste Fall gegen die örtliche Witwe Bridget Bishop verhandelt, da die Staatsanwaltschaft davon ausging, dass ihr Fall leicht zu gewinnen sei. Bischop war bereits mehr als ein Jahrzehnt zuvor der Hexerei beschuldigt worden, wurde jedoch mangels Beweise freigesprochen. Sie passte auch in das damalige Klischee einer Hexe: alt, arm und streitlustig.

Zehn Zeugen sagten gegen Bischof aus und sie wurde schnell für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 10. Juni wurde sie zu Proctor's Ledge in der Nähe von Gallows Hill in Salem gebracht und "am Hals aufgehängt, bis sie tot war", so der Bericht des Sheriffs, der sie eskortierte.

2. Sarah Good

Zu diesem Zeitpunkt erhoben sich erste Stimmen gegen die Hexenverfolgung in Salem. Mehrere Minister stellten in Frage, ob das Gericht sich zu sehr auf nicht sichtbare Beweise stützte wie etwas Geister, die von Hexen ausgesandt ihre Opfer plagen sollten. „Alle gingen davon aus, dass Geister existierten, die diese Fähigkeiten besaßen“, so Margo Burns, ein Historiker aus New Hampshire, der sich auf die Hexenprozesse in Salem spezialisiert hat. „Das stand also nicht in Frage. Umstritten war jedoch, ob der Teufel so in der Gestalt einer unschuldigen Person handeln konnte.“

Als das Gericht Oyer and Terminer am 28. Juni nach der Verurteilung Bishops erneut zusammentrat, wurde Sarah Good jedoch zügig für schuldig befunden. Mehrere der betroffenen Mädchen gaben an, Goods Gespenst habe sie angegriffen, und Tituba und einige andere hatten sie in ihren Geständnissen als Mithexe bezeichnet und behauptet, sie sei auf einem Besenstiel geflogen und habe an Hexenversammlungen teilgenommen. Am 19. Juli wurde Good nach Gallows Hill gebracht und zusammen mit Rebecca Nurse und drei weiteren verurteilten Hexen hingerichtet.

Eine junge Frau, die von puritanischen Ministern der Hexerei beschuldigt wird, appelliert an Satan, sie in einem Prozess von 1692 zu retten.

3. Susannah Martin

Susannah Martin lebte nicht einmal in Salem, sondern in Amesbury, Massachusetts. Wie Bishoph war auch sie bereits zuvor der Hexerei beschuldigt worden, aber die Anklage wurde mangels Beweisen ebenfalls fallengelassen. Ihr schlechter Ruf könnte sich bis nach Salem verbreitet haben, wo vier der betroffenen Mädchen sie namentlich beschuldigten und behaupteten, ihr Gespenst habe sie angegriffen.

Als das Gericht sie fragte, woher sie wüssten, dass das Gespenst Martins war, sagten die Mädchen: "Oh, sie sagte sie heiße Goody Martin und stamme aus Amesbury", erzählt Burns. "Sie mussten sie nicht einmal wiedererkennen." Mehr Beweise gab es nicht, dennoch wurde Martin am 19. Juli verurteil und am selben Tag wie Sarah Good gehängt.

4. Martha Carrier

Als Oyer und Terminer Anfang August 1692 zu einer dritten Sitzung zusammenkam, hörte es den Fall von Martha Carrier aus Andover, wo es mehr Anschuldigungen gegen Hexen gab als in jeder anderen Stadt. "Ihre Familie war sehr unbeliebt", sagt Burns über Carrier, denn man glaubte, sie hätten die Pocken nach Andover gebracht. Nachdem Carrier beschuldigt worden war, verhörten die Behörden ihre beiden jugendlichen Söhne, folterten sie, bis sie gestanden selbst Hexen zu sein und ihre Mutter beschuldigten.

In „The Wonders of the Invisible World“, seinem bekannten Bericht über die Hexenprozesse in Salem, nannte Cotton Mather Carrier eine "wilde Hexe", die sich zum Ziel gesetzt hatte, "Königin der Hölle" zu werden. Das Gericht verurteilte Carrier in derselben Sitzung wie zwei prominente männliche Opfer, John Proctor und Reverend George Burroughs, die man als Anführer von Salems Hexen verdächtigte. Am 19. August ging Carrier zusammen mit Proctor, Burroughs und zwei weiteren Männern nach Gallows Hill - sie war die einzige Frau, die an diesem Tag hingerichtet wurde

Martha Corey ihre Ankläger, nachdem sie für schuldig befunden wurden, eine Hexe zu sein.

5. Martha Cory

Wie Rebecca Nurse war Martha Cory weit entfernt vom Kreis der üblichen Verdächtigen, die in der Regel außerhalb der Gesellschaft standen. Sie war ein Mitglied ihrer Kirche und wurde in ihrer Gemeinde hoch angesehen. Doch sie hatte Verdacht erregt als sie ihren Mann Giles daran hindern wollte, an einem der ersten Prozesse teilzunehmen. Kurz darauf wurde sie beschuldigt, eines der Mädchen verzaubert und ihr Augenlicht gestohlen zu haben.

Marthas trotzige Haltung brachte das Gericht gegen sie auf und so geriet ihr Mann Giles ebenfalls in den Fokus als er sich weigerte, gegen seine Frau auszusagen. Zwei Wochen nachdem Martha zum Tode verurteilt worden war, wurde Giles durch Zerquetschen zu Tode gebracht, da er sich ebenfalls weigerte zu gestehen. Am 22. September stieg Martha Cory zusammen mit sieben anderen verurteilten Hexen den Galgenhügel hinauf, die letzten Hinrichtungen während der Hexenverfolgung von Salem.

Bild: William A. Crafts [Public domain]