Der transatlantische Sklavenhandel

Vorgeschichte

  • Bevor erste schwarzafrikanische Sklaven in die Kolonien der späteren USA verschleppt wurden, florierte der Sklavenhandel mit Europa bereits seit mehr als 100 Jahren.
  • Europäische Seemächte wie Portugal, England, Frankreich und die Niederlande verschleppten Sklaven zu Tausenden als Arbeitskräfte nach Europa.
  • Hilfe bekamen sie dabei von afrikanischen Stämmen, die Mitglieder rivalisierender Volksgruppen gefangen nahmen und sie gegen Handelsgüter an die Europäer verschacherten.
  • Mit der schrittweisen Entdeckung der Neuen Welt etablierte sich im 16. Jahrhundert der systematische transatlantische Sklavenhandel Richtung Süd- und Mittelamerika.
  • Zu Hunderten wie Fracht auf Schiffe verladen, mussten die Sklaven angekettet auf kleinstem Raum in den Laderäumen zahlreiche Wochen ausharren; durch Hunger, Durst, miserable hygienische Bedingungen und Misshandlungen überlebten schätzungsweise 20 Prozent die Überfahrt nicht.
  • Kranke und Tote wurden einfach über Bord geworfen.
  • Für die Verschleppten gab es generell drei Haupteinsatzgebiete: den Bergbau, die Feld- und Plantagenarbeit sowie den Einsatz als häusliche Diener.
  • In rund 400 Jahren des transatlantischen Sklavenhandels erreichten etwa elf Millionen Sklaven Süd-, Mittel- und Nordamerika lebend.

Sklaverei in den USA

  • Die ersten Sklaven für die amerikanischen Kolonien erreichten die Siedlung Jamestown in Virginia im August 1619.
  • 1787, elf Jahre nachdem die 13 amerikanischen Kolonien ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erklärten, regelte die erste amerikanische Verfassung grundlegende Menschenrechte der Bürger; Sklaven waren hier jedoch nicht inbegriffen und Frauen nur teilweise 
  • Bis zum Verbot des transatlantischen Sklaventransports im Jahre 1808 wurden rund 500.000 Afrikaner in die USA verschleppt; der inneramerikanische Handel war allerdings weiterhin erlaubt
  • Die Zahl der Sklaven, die durch Geburten stark stieg, lag zu Beginn des 19. Jahrhunderts bei rund 1,1 Mio.
  • 1857 urteilte der oberste Gerichtshof im Fall „Dred Scott gegen Sandford“, dass Schwarze keine amerikanischen Staatsbürger seien und sie ihre Freiheit folglich nicht einklagen könnten, zudem sei das Verbot der Sklaverei verfassungswidrig.
  • 1861 bis 1865 tobt in den USA der amerikanische Bürgerkrieg (Sezessionskrieg), der um die Frage der Sklaverei entbrannte; während die Nordstaaten weitgehend ohne Sklaverei auskamen, beruhte der wirtschaftliche Erfolg der Südstaaten seit Anbeginn auf der Ausbeutung der afrikanischen Sklaven.
  • Präsident Lincolns oberstes Ziel war zunächst der Erhalt der Union, aus der zahlreiche Südstaaten ausgetreten waren.
  • Ende 1862, verlieh er dem Krieg eine moralische Legitimation durch die „Emanzipations-Proklamation“, durch die seine Regierung die Abschaffung der Sklaverei erklärte.
  • Mit dem 13. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung wurde die Sklaverei endgültig verboten; zu dieser Zeit lebten in den USA rund 4 Millionen Sklaven.
  • Auch in Freiheit waren sie besonders in den Südstaaten weiterhin Ausbeutung ausgesetzt; um zu überleben, begaben sich viele zurück in die Abhängigkeit zu ihren ehemaligen Haltern, von denen sie Felder pachteten, um sie mit teuer geliehenen Werkzeugen zu bestellen; die Ernten mussten sie dann zum Großteil an die Eigentümer abgeben.
  • Der 1865 gegründete Ku-Klux-Klan sorgte für eine anhaltende gewaltsame Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung
  • Mit den Zusatzartikeln 14 und 15 zur Verfassung (1868 und 1870) wurde die Gleichbehandlung sowie das Wahlrecht der Schwarzen festgeschrieben; insbesondere im Süden wurden diese Rechte fortwährend missachtet
  • Ab Ende der 1870er-Jahre legitimierten die so genannten Jim-Crow-Gesetze vielerorts in den Südstaaten der USA eine gesellschaftliche Trennung zwischen Weißen und Schwarzen.
  • Gegen die Rassentrennung im Süden formierte sich in den 1950er Jahren die Bürgerrechtsbewegung um Anführer wie Martin Luther King Jr. und Malcolm X
  • Erst 1964 sorgte der „Civil Rights Act“ für ein formales Ende der Rassentrennung in den USA.