Der Vietnamkrieg

Fakten zum Krieg

Ab dem Ende des 2. Weltkrieges kämpften vietnamesische Kommunisten, die Viet Minh, im Indochina-Krieg gegen die französische Kolonialmacht um ihre Unabhängigkeit. Die Indochina-Konferenz 1954 in Genf führte zu einem Waffenstillstand und zur Teilung des Landes in einen kommunistischen Norden und einen antikommunistischen Süden. 1957 begann im Süden ein Bürgerkrieg zwischen der Regierung und kommunistischen Rebellen, den Vietcong, die von Nordvietnam unterstützt wurden. Die USA hatten zu dieser Zeit Frankreich als westliche Schutzmacht der südvietnamesischen Regierung abgelöst.

Die offene Beteiligung der USA am Krieg begann im Frühjahr 1965. Zuvor waren die USA bereits mit Militärberatern und Soldaten in Südvietnam präsent. Dem offiziellen Kriegsbeitritt vorausgegangen war der sogenannte „Tonkin-Zwischenfall“ im August 1964. Unter ungeklärten Umständen wurden im Golf von Tonkin amerikanische Kriegsschiffe von nordvietnamesischen Booten angegriffen, der US-Kongress unter Präsident Lyndon B. Johnson verabschiedete daraufhin eine Generalvollmacht zur Kriegsführung gegen Nordvietnam.

Johnson forderte auch vom deutschen Bundeskanzler Ludwig Erhard einen Beitrag in Vietnam. Da die Entsendung von Soldaten gesetzlich unmöglich war, leistete die BRD humanitäre Hilfe, etwa in Form des Hospitalschiffes Helgoland und des Baus einiger Krankenstationen durch den Malteser Hilfsdienst.

Trotz großflächiger Bombardements mit Napalmbomben und des Einsatzes des Entlaubungsmittels Agent Orange gelang es den USA nicht, den Gegner militärisch zu besiegen. Angesichts der steigenden Opferzahlen wurden in den USA die Forderungen nach einem Ende des Krieges immer lauter. Die finanziellen Aufwendungen beliefen sich nach Regierungsangaben auf rund 25 Milliarden Dollar pro Jahr.

Der in den USA immer schwächer werdende Glaube an ein Licht am Ende des Tunnels wurde durch die Tet-Offensive im Januar 1968 vollends erschüttert. Hierbei traten rund 84.000 Kämpfer des Vietcong und Nordvietnams zur Eroberung von zahlreichen Provinz- und Distrikthauptstädten offen in Erscheinung. Auch wenn die Aktion militärisch kein Erfolg für die Kommunisten war, verhärtete sie den Eindruck, dass dieser Krieg von den USA in absehbarer Zeit nicht zu gewinnen sei. Weltweit wurde auch die Kritik am amerikanischen Einsatz chemischer Kampfstoffe und an Angriffen auf die Zivilbevölkerung immer lauter.

Als Folge der Tet-Offensive wurden 1968 erste Friedensverhandlungen in Paris aufgenommen. Unter Präsident Nixon wurde die Truppenstärke Anfang der 1970er Jahre nach und nach verkleinert, aber erst am 29. März 1973 verließen offiziell die letzten US-Soldaten das Land. Der Krieg zwischen Süd- und Nordvietnam dauerte noch bis 1975 an. Am 30. April nahmen nordvietnamesische Truppen nach einer Großoffensive die Hauptstadt Saigon ein und zwangen den Süden zur Kapitulation.