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Am 5. März 1815 stirbt der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer im schwäbischen Meersburg. Mesmer galt als einer der Pioniere im Feld der Hypnosetherapie.

 

Mesmers Werdegang

 

Mesmer wurde im Jahr 1734 geboren und studierte Religion, Philosophie, Jura sowie Medizin in Wien, aber konnte anfänglich auf keinem dieser Gebiete wirklich Fuß fassen. In den 1770er Jahren entwickelte er eine Faszination für den Schweizer Priester Vater Glassner, der sich als Glaubensheiler einen Namen gemacht hatte. Nachdem er die angeblichen Wunderheilungen von Glassner mit eigenen Augen beobachtet hatte, kam Mesmer zu der Überzeugung, dass die Heilungen durch wie er es nannte „animalischen Magnetismus“ erreicht wurden. Er glaubte, dass jedes Lebewesen unsichtbare magnetische Strömungen in sich trug und wenn diese gereizt würden, äußere sich dies durch eine Krankheit.

Seine Theorie besagte, dass Glassner die fehlgeleiteten magnetischen Strömungen korrigierte, indem er mit den Patienten eine Verbindung einging. Diesen Vorgang bezeichnete er mit dem französischen Wort Rapport, was so viel wie Harmonie oder eben Verbindung bedeutet.

 

Die Anfänge der Hypnose

 

1772 begann Mesmer, unterschiedliche therapeutische Behandlungen zu entwickeln, durch die diese animalischen magnetischen Blockaden geheilt werden sollten. Diese beinhalteten auch den Einsatz von spiritueller Musik als ein hypnotisches Mittel sowie intime Gruppen-Sitzungen.

Trotz der offensichtlichen Fehler in Mesmers wissenschaftlichen Theorien, versetzte sein als Mesmerismus bekannt gewordener Prozess die Patienten in einen hypnotischen Zustand, der wiederum einen enormen Einfluss auf ihre körperlichen Krankheiten ausübte.

Doch obwohl Mesmer sich zunehmender Bekanntheit erfreute, erkannte der Ärzterat in Wien seine Methoden nicht an und erklärte ihn zu einem Betrüger. 1778 verließ er daraufhin Österreich und zog in das liberalere Paris.

 

Pariser Zeit

 

In Paris behandelte Mesmer sowohl arme Bauern als auch reiche Aristokraten. Gleichzeitig konnte er eine Handvoll Mitglieder aus den wissenschaftlichen Kreisen für sich begeistern. 1784 stellte König Louis XVI ein Komitee aus Ärzten und Wissenschaftlern zusammen, um seine Arbeit näher zu untersuchen. Zu den Mitgliedern dieses Ausschusses gehörten unter anderem auch der amerikanische Staatsmann und Erfinder Benjamin Franklin und der französische Chemiker Antoine-Laurent Lavoisier.

Das Komitee berichtete, dass Mesmer seine wissenschaftlichen Thesen nicht belegen konnte. Daraufhin verlor seine Praktik an Ansehen. 1778 verließ er schließlich Paris und kehrte in sein heimatliches Schwaben zurück.

Obwohl seine Technik sehr exzentrisch war, wird Mesmer auch heute noch als einer der Haupterfinder der Hypnosetherapie gesehen. Auch war er einer der ersten westlichen Ärzte, die psychosomatische Krankheiten und nervösen Störungen gefahrlos behandelte.

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