Militärgeschichte

Technische Effizienz in der Kriegsführung und technische Erfindungen gelten seit jeher als Machtfaktor in den internationalen Beziehungen.
Die Militärgeschichte (früher Kriegs- bzw. Wehrgeschichte) ist eine historische Teildisziplin, die sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der bewaffneten Macht befasst. Dabei ist die Geschichte von Krieg und Militär epochenübergreifend, denn: Krieg und Entwicklung der Waffentechnik und somit geht die Kriegsgeschichtsschreibung bis in die Antike zurück (Herodot, Thukydides). Nach 1945 etablierte sich die Militärgeschichte auch in Deutschland als eigenständige historische Fachdisziplin.

Die historische Subdisziplin zeichnet sich darüber hinaus nicht nur durch Waffengewalt und -technik aus. Mit der Gründung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes 1957 änderte sich der Gegenstandsbereich der Geschichtsdisziplin. Durch die Erforschung des Militärs als Institution an sich und als Faktor des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens, distanzierte sich die Geschichtswissenschaft zunehmend von der bloßen Untersuchung der Schlachtfelder und der Waffentechnik. Die Militärgeschichte wird inzwischen vermehrt unter Berücksichtigung der Sozial-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte interpretiert.14